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Geschichten aus einer andern Welt:Psyche-3
日期:2024-01-12 10:40  点击:271

Und sie dreht sich im Tanz und schüttelt die anmutigen Glieder, daß der musikalische Faun neben ihr schnell ein lustiges »Klingkling« hören läßt. – Da erhebt sich eine Stimme, sanft, wie Windessäuseln, stark, wie Sturmeswehen und ernst, wie das Grab: Hermes spricht. Majestätisch ragt sein wunderbares Haupt über die andern hinweg, und seine armen zertrümmerten Glieder umgibt Würde und Hoheit.

 

Götterbote! Glück und Freude, Schmerz und Tod trugst Du hin über alle Welt! Ich möchte niederknieen vor Dir und Deine ewige Schönheit anbeten und über Deine verstümmelten Glieder meine armseligen Thränen weinen!

 

»Laßt sie gewähren, Ihr Götter,« sprichst Du, und Deine Augen sehen mich an, milde, verheißend – »denn ich kenne sie. An ihrer Wiege stand ich und brachte ihr das Geschenk des himmlischen Vaters, beugte mich über sie, hauchte es in ihre Stirn, legte die Hand ihr auf's Herz, und da zog es ein – und küßte ihren Mund, und da lernte sie lächeln und – lieben.« Leise nickt er, und ich möchte weinen. –

 

Horch! Das seltsame Geräusch! Rollend, rasselnd, im Takt sich wiederholend – dazwischen ein melodisches Pfeifen, ein kunstvoller Schnörkel am Ausgang des tiefen, rollenden Tones, behaglich einschläfernd klingt's in seinem rhythmischen Taktfall, seiner ruhigen Gleichmäßigkeit.

 

Alle stehen und lauschen – –

 

Da balanciert der alte, bärtige Silen das Bacchuskindlein geschickt auf dem einen Arm und deutet mit dem andern lächelnd über die Schulter auf den Faun hinter ihm, welcher, trunken von Wein und Freude, seine kolossalen Glieder im tiefen Schlafe dehnt. – Die kleine Bacchantin bricht in ein schallendes Gelächter aus: »Der Faun schnarcht! Denkt Euch, er schnarcht! Zuviel des feurigen Griechenweines hast Du getrunken, Du liederlicher, großer Gesell Du!« schilt sie und kitzelt ihm neckisch die Fußsohlen. Der Faun murmelt unverständliche Worte und bewegt die mächtigen Glieder und versucht den Arm zu erheben. Aber schwer sinkt die Hand auf den Felsen zurück, auf dem er ruht, und bald tönt wieder sein musikalisches Schnarchen mit dem lustigen Endschnörkel durch den Saal. –

 

»Heraus aus den Schluchten, aus Klüften und Thälern, kommt hervor aus den Quellen, huscht flink aus den Bäumen, ihr Nymphen, Dryaden, ihr schelmischen Mädchen, ihr lustiges Volk! Tanzt, lacht und singt, und hüpfet und springt! Weckt den faulen Schläfer dort und bittet Bacchos, den süßen Wein Euch zu reichen!«

 

Eine klangvolle, frische Stimme schallt von der Thür her. Diana ist es, aber nicht die lange Versaillerin: eine liebliche, mädchenhafte Diana, mit kurzem Röckchen, noch nicht ganz fertig mit der Toilette – und sie klatscht in die schlanken Hände, und unsere liebe Frau von Milo lächelt ihr holdselig zu. 
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